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Sauberlaufzone und Schmutzfangzone

Sauberlaufzone und Schmutzfangzone

Der komplette Leitfaden für Sauberkeit und Sicherheit im Eingangsbereich

Einführung: Warum eine Sauberlaufzone heute unverzichtbar ist

In Zeiten steigender Energie- und Reinigungskosten ist eine professionelle Sauberlaufzone kein Luxus mehr – sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Studien zeigen: 80–90 % aller Verschmutzungen in Gebäuden werden von außen hereingetragen – an Schuhen, Kleidung oder Gegenständen.

Das Ergebnis: Höhere Reinigungskosten, schnellerer Verschleiß von Bodenbelägen, erhöhte Unfallgefahr durch Rutschigkeit – und ein unprofessioneller erster Eindruck für Besucher.

Eine gut geplante Sauberlaufzone schützt nicht nur den Bodenbelag und senkt die Unterhaltskosten – sie ist auch ein wichtiger Baustein für Arbeitssicherheit, Hygiene und Corporate Identity.

„80–90 % aller Verschmutzungen in Gebäuden werden von außen eingetragen."

Quelle: Studie zur Gebäudehygiene

Was ist eine Sauberlaufzone (Schmutzfangzone)?

Eine Sauberlaufzone (auch Schmutzfangzone oder Schmutzschleuse genannt) ist ein definierter Bereich am Eingang eines Gebäudes, der dazu dient, Schmutz, Feuchtigkeit und Schadstoffe von Schuhen und Rädern abzufangen, bevor sie ins Gebäudeinnere gelangen.

Typische Bestandteile:

  • Außenbereich: Grobe Gitterroste oder Profile für Sand, Kies, Laub
  • Übergangszone: Textile oder Gummischaber-Matten für mittlere Verschmutzung
  • Innenbereich: Feinabstreifer und Restfeuchte-Absorber

Je nach Gebäudeart, Frequenz und Witterungsbedingungen variiert die empfohlene Länge zwischen 3 und 12 Metern.

Vorteile einer professionellen Sauberlaufzone

Kostensenkung

Bis zu 70 % weniger Reinigungsaufwand im Gebäude. Weniger Personal, weniger Chemie, weniger Wasserverbrauch.

Sicherheit

Reduzierte Rutschgefahr durch trockene, saubere Böden. Erfüllung der Arbeitsstättenrichtlinien (ASR A1.5/1,2).

Bodenschutz

Schutz vor Kratzern, Abrieb und vorzeitigem Verschleiß. Verlängert die Lebensdauer teurer Bodenbeläge um Jahre.

Hygiene & Image

Sauberer erster Eindruck für Besucher und Kunden. Bessere Luftqualität durch weniger Feinstaub.

Gesetzliche Vorgaben & technische Standards

In Deutschland und Europa gibt es mehrere rechtliche und normative Anforderungen an Sauberlaufzonen:

ASR A1.5/1,2 (Deutschland)

Technische Regel für Arbeitsstätten: Anforderungen an Fußböden in Arbeitsstätten, inkl. Rutschsicherheit und Reinigungszonen.

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DGUV (Unfallversicherung)

Empfehlungen zur Vermeidung von Stolper-, Rutsch- und Sturzunfällen am Arbeitsplatz.

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DIN 51130 (Rutschhemmung)

Klassifizierung der Rutschsicherheit von Bodenbelägen (R9–R13). Wichtig für Nassbereich und Außen.

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BS 7953 (UK)

Britischer Standard für Schmutzfangmatten – gilt als Referenz für Dimensionierung und Leistung.

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EN 1307 (Textile Bodenbeläge)

Europäische Norm für textile Fußbodenbeläge – legt Nutzungsklassen und Prüfverfahren fest.

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BREEAM / WELL / LEED

Nachhaltigkeitszertifizierungen für Gebäude – fordern oft effiziente Schmutzschleusen als Standard.

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Aufbau eines 3-Zonen-Schmutzfangsystems

Ein professionelles Schmutzfangsystem besteht idealerweise aus drei aufeinander abgestimmten Zonen, die den Schmutz schrittweise abtragen:

3-Zonen-Schmutzfangsystem

Zone 1: Grobe Verschmutzung (Außen)

Zweck: Entfernung von grobem Schmutz wie Sand, Kies, Laub, Schnee und Matsch.

Typische Produkte:

  • Alu-Gitterroste (offen, selbstreinigend)
  • Profilmatten aus Gummi (mit groben Noppen oder Bürsten)
  • Einbau-Schmutzfangsysteme (z. B. Alukraft Zone 1)

Länge: 1,5–3 m (je nach Frequenz)

Wichtig: Muss begehbar, rollstuhlgerecht und kippsicher sein. Hohe mechanische Belastbarkeit.
Zone 1: Aluprofilmatten
Zone 2: Gummimatten

Zone 2: Feinreinigung (Übergang / Windfang)

Zweck: Aufnahme von Feinschmutz, Staub und Nässe. Hier findet die Hauptreinigung statt.

Typische Produkte:

  • Textilmatten mit Schlingenflor (z. B. Polyamid, Polypropylen)
  • Kombination aus Gummi-Schaber und Textil
  • Hochflorige Absorbermatten

Länge: 2–5 m

Wichtig: Sollte mindestens 3–4 Schritte lang sein, damit jeder Schuh mehrfach Kontakt hat.

Zone 3: Restfeuchtigkeit & Feinstaub (Innen)

Zweck: Auffangen letzter Feuchtigkeit und feiner Staubpartikel. Schutz des Innenbodens.

Typische Produkte:

  • Absorptionsmatten (hochflorig, saugfähig)
  • Logomatten (Corporate Design + Funktion)
  • Leise, textilbasierte Matten für Büro/Empfang

Länge: 1,5–4 m

Wichtig: Optisch ansprechend, leicht zu reinigen, rutschfest.
Zone 3: Textilmatten

Wie lang und groß sollte eine Sauberlaufzone sein?

Die richtige Dimensionierung hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Frequenz: Wie viele Personen nutzen den Eingang täglich?
  • Witterung: Regen, Schnee, Wind?
  • Umgebung: Parken auf Schotter, Asphalt, Rasen?
  • Bodenbelag innen: Teppich, Fliesen, Parkett?

Faustregel nach BS 7953:

Die Sauberlaufzone sollte mindestens so lang sein, dass jeder Fuß 3–4 Mal Kontakt mit der Matte hat.

Empfehlung: Mindestens 1,5 Meter pro Schrittlänge = ca. 6–8 Schritte = 4,5–6 Meter.

Empfohlene Mattenlänge nach Verkehrsaufkommen
Frequenz / Verkehrsaufkommen Empfohlene Gesamtlänge Beispiel
Gering (<100 Personen/Tag) 3–5 m Kleines Büro, Praxis
Mittel (100–500 Personen/Tag) 5–8 m Firmeneingang, kleines Hotel
Hoch (500–2000 Personen/Tag) 8–12 m Einkaufszentrum, Flughafen, Bahnhof
Sehr hoch (>2000 Personen/Tag) >12 m Stadion, Messe, Großbahnhof

Praxis-Tipp: Lieber 1–2 Meter länger als zu kurz. Zu kurze Matten erhöhen den Reinigungsaufwand im Gebäude drastisch.

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Materialien & Mattenarten im Vergleich

Je nach Einsatzort und Anforderung kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz:

Übersicht der gängigsten Materialien

Vergleich: Materialien für Schmutzfangmatten
Material Vorteile Nachteile Einsatzbereich Lebensdauer
Aluminium (Gitterrost) Extrem robust, selbstreinigend, wetterfest, korrosionsfrei Höherer Anschaffungspreis, kann laut sein Zone 1 (Außen) 15–20 Jahre
Polyamid (PA, Nylon) Sehr saugfähig, strapazierfähig, farbecht, antistatisch Teurer als Polypropylen Zone 2 + 3 (Innen) 5–10 Jahre
Polypropylen (PP) Günstig, leicht zu reinigen, schnell trocknend Geringere Saugkraft als PA, verblasst schneller Zone 2 (Übergang) 3–5 Jahre
Gummi / Nitrilgummi Rutschfest, robust, wetterfest, langlebig Nimmt keine Feuchtigkeit auf, nur Schaberwirkung Zone 1 + 2 (Außen/Übergang) 5–10 Jahre
Baumwolle / Mischgewebe Sehr saugfähig, angenehme Haptik, natürlich Schwer, lange Trockenzeit, schimmelanfällig Zone 3 (nur Innen, trocken) 2–4 Jahre
Microfaser Extrem hohe Aufnahmekapazität, leise, weich Kostenintensiv, aufwändige Reinigung Zone 3 (Repräsentativ) 3–6 Jahre

TODO: Tabelle mit Zertifizierungen, R-Werten, Gewicht/m² ergänzen

Zuordnung: Anwendung → Mindest-R-Klasse → Mattentyp

Empfohlene Rutschhemmung und Mattentypen nach Einsatzbereich
Anwendungsbereich Min. Rutschhemmung (R-Klasse) Empfohlener Mattentyp
Außen (trocken) R10 Gummi-Profil, Alu-Gitter
Außen (nass/Regen) R11–R12 Gummi mit tiefen Noppen, Gitterrost
Windfang/Übergangsbereich R10 Kombi-Matte (Gummi + Textil)
Innen (Büro, Empfang) R9 Textilmatte PA/PP
Industrie/Werkstatt R11–R13 Gummi-Starkgewebe, Alu-Gitter
Küche/Nassbereich R12–R13 Gummi mit Drainage, rutschhemmend

Eingelassen vs. lose verlegt

Bei der Installation gibt es zwei Hauptvarianten:

Eingelassene Systeme

Vorteile:

  • Bündig mit Boden → keine Stolperkante
  • Rollstuhlgerecht (DIN 18040)
  • Professionelle Optik
  • Langlebig und wartungsarm

Nachteile:

  • Hohe Investitionskosten
  • Bauliche Maßnahmen erforderlich
  • Nicht nachträglich einfach versetzbar

Ideal für: Neubau, Sanierung, hochfrequentierte Eingänge

Lose verlegte Matten

Vorteile:

  • Günstige Anschaffung
  • Flexibel versetzbar
  • Schnell ausgetauscht
  • Keine Baumaßnahmen

Nachteile:

  • Stolpergefahr (Kantenhöhe)
  • Kann verrutschen
  • Wirkt weniger hochwertig
  • Kürzere Lebensdauer

Ideal für: Mietobjekte, temporäre Lösungen, kleine Eingänge

Unsere Empfehlung: Bei Neubauten und Sanierungen immer eingelassene Systeme planen. Bei Bestandsgebäuden können lose Matten mit Kantenschutz und Rutschstoppern eine gute Zwischenlösung sein.

Reinigung, Pflege & Austausch

Auch die beste Sauberlaufzone funktioniert nur, wenn sie regelmäßig gereinigt wird:

Reinigungsintervalle (Richtwerte)

Mattentyp Täglich Wöchentlich Monatlich
Alu-Gitterrost (Zone 1) Auskehren Abspritzen Hochdruckreiniger
Textilmatte (Zone 2/3) Absaugen Absaugen + Ausklopfen Shampoonieren / Nasswäsche
Gummi-Profil Auskehren Abspritzen Desinfizieren (optional)

Austausch & Lebensdauer

  • Hochfrequenz: Textilmatten alle 2–3 Jahre tauschen
  • Normalfrequenz: 5–7 Jahre möglich
  • Alu-Gitter: bis 20 Jahre, nur Gummieinlagen wechseln

Tipp: Viele Hersteller bieten Mietservice mit wöchentlichem Austausch und Reinigung an – ideal für stark frequentierte Standorte.

Was kostet eine professionelle Sauberlaufzone?

Die Investition hängt von Größe, Material und Einbauart ab. Hier eine grobe Orientierung:

Richtwerte (netto, pro m²)

Produkttyp Preis/m² (ab) Einbau Gesamt (Beispiel 8 m²)
Lose Textilmatte (Standard) 30–60 € 240–480 €
Lose Textilmatte (Premium) 80–150 € 640–1.200 €
Gummi-Profilmatte 40–80 € 320–640 €
Eingelassenes Alu-System 150–300 € 50–100 €/m² 1.600–3.200 €
Kombi-System (3 Zonen) 100–200 € 50–100 €/m² 1.200–2.400 €

Return on Investment (ROI)

Eine 8-Meter-Sauberlaufzone kann bis zu 70 % der Reinigungskosten im Gebäude einsparen.

Beispielrechnung:
Reinigungskosten ohne Sauberlaufzone: 5.000 €/Jahr
Mit Sauberlaufzone: 1.500 €/Jahr
Ersparnis: 3.500 €/Jahr
→ Investition amortisiert sich in 1–2 Jahren.

Design, Logomatten & Praxisbeispiele

Eine Sauberlaufzone ist nicht nur funktional – sie kann auch ein markantes Designelement und Träger der Corporate Identity sein.

Logomatten: Funktion trifft Markenbildung

  • Individuell bedruckbar: Logo, Claim, Willkommensgruß
  • Farbwahl: Passend zum Corporate Design
  • Hochauflösend: Digitaldruck oder Einwebung
  • Langlebig: Farben bleiben auch nach Jahren strahlend

Praxisbeispiele:

  • Hotels: Willkommenslogo im Eingang
  • Autohäuser: Markenlogo + Slogan
  • Messen: Leitsysteme + Eventbranding
  • Bürogebäude: Firmenlogo im Foyer

FAQ zur Sauberlaufzone

Mindestens 3–4 Schritte pro Fuß, also etwa 1,5–2 Meter pro Schrittfolge. Für normale Frequenz empfehlen wir mindestens 5–6 Meter, bei hoher Frequenz oder Nässe 8–12 Meter.

Nicht zwingend, aber empfehlenswert bei Neubauten oder Sanierungen. Eingelassene Systeme sind barrierefrei, sicherer und langlebiger. Lose Matten sind eine gute Alternative für Bestandsgebäude.

Das kommt auf die Zone an: Außen → Aluminium oder Gummi. Übergang → Polyamid oder Kombi-Matten. Innen → Polyamid oder Mikrofaser. Polyamid bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Täglich absaugen bei hoher Frequenz. Wöchentlich gründlich reinigen (Ausklopfen, Shampoonieren). Gummi- und Alu-Matten können mit Hochdruckreiniger gesäubert werden.

Für einen 8-Meter-Eingang rechnen Sie mit 500–3.000 € netto, je nach Material und Einbauart. Eingelassene Alu-Systeme sind teurer, halten aber 15+ Jahre. Der ROI liegt meist bei 1–2 Jahren.

Ja, Logomatten können jederzeit individuell gefertigt werden. Lieferzeit ca. 2–4 Wochen. Nutzen Sie unseren Konfigurator oder senden Sie uns Ihr Logo per E-Mail.

Ja, in vielen Bundesländern gibt es Förderprogramme für barrierefreies Bauen. Auch KfW-Zuschüsse sind möglich. Sprechen Sie uns gerne an – wir beraten Sie zu Fördermöglichkeiten.

Kauf: Höhere Anfangsinvestition, aber langfristig günstiger. Mietservice: Geringere Fixkosten, inkl. Reinigung und regelmäßigem Austausch – ideal für stark frequentierte Standorte oder wenn keine eigene Reinigungskapazität vorhanden ist.

Haben Sie konkrete Fragen zu Ihrem Projekt?

Unsere Experten beraten Sie gerne bei der Planung Ihrer optimalen Sauberlaufzone – individuell auf Ihre Anforderungen zugeschnitten.

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